Mittwoch, 19. März 2008

Wasser

...was fuer ein nasses aber/ und entspanntes Wochenende...
Freitags nach der Arbeit mit dem Bus mal wieder nach Panadura zu Suresh + Familie gefahren, leckeres Essen bekommen (hab endlich zum ersten Mal Kochbananen gegessen), den Eltern ganz viele Fotos gezeigt, mit Sureshs Mama geschimpft, weil sie immer durchs Haus fegt, obwohl die Beine wehtun und einfach zeitig schlafen gegangen.
Samstag morgen ging es dann gemuetlich los mit dem Motorad los nach Gangodawila, einem kleinen Dorf Richtung Sueden im Landesinneren, wo Sureshs Cousine mit Familie lebt. Die Fahrt dauerte fast zwei Stunden und mir tat ganz schoen der Hintern weh.
Kaum waren wir angekommen, fing es auch schon in Stroemen an zu regnen und sollte auch den ganzen Tag -bis auf eine kleine Pause- nicht wieder aufhoeren.
Also haben wir einfach ganz viel mit der kleinen Tochter der Cousine gespielt, ein fuenfmonatiges, herzallerliebstes kleines Buendel, dass am liebsten durch die Luft gewirbelt wird:

Der schwarze Punkt auf der Stirn soll sie uebrigens beschuetzen.

...und dieser kleine Po...da hab ich kurz ueberlegt, ob ich sie mal fuer ne Woche ausleihen kann, ihr Terminplan war aber leider schon voll (pinkeln alle 5 min, schlafen, Fuss in den Mund stecken und so weiter).

Wir haben wirklich nicht viel gemacht an diesem Tag: gegessen, geschlafen, mit dem Baby gespielt und dann sind wir noch zum Tempel gegangen. Da gab es nen Hund, dem andere Hunde ein Bein abgebissen hatten (das sah gruselig aus und roch auch gruselig), also sind wir schnell weitergegangen zu nem Moench (hab schon gelernt mich tief zu verbeugen vor denen, weil sich das so gehoert) und dann hab ich wieder unter Gemurmel ein weisses Baendchen fuer meinen Arm bekommen.
Bei so viel Regen konnte man also wunderbar entspannen, weil man ohnehin nicht viele andere Dinge tun konnte.
Am Sonntagmorgen sind wir dann erstmal Spazieren-Klettern gegangen. Trotzdem es immer noch bewoelkt war, hatte wenigstens der Regen aufgehoert... Also sind wir einfach auf einen kleinen Huegel-Berg raufgekraxelt und hatten ne wunderschoene gruene Aussicht. Es war wirklich sehr laendlich, mit Lehmhuetten, jeder hat seine 30-40 Teestraeucher und Zimtbaeume und es gibt einfach viel viel Natur.


Als wir zurueckkamen, musste ich doch ein bisschen schmunzeln. In Sri Lanka waescht und putzt der ordentliche Mann am Wochenende eben nicht sein Auto vor der Haustuer, sondern sein Tuk-Tuk:

Nachdem alles blitzblank war sind wir dann mit der kleinen Familie und noch einer anderen befreundeten Familie aus dem Dorf losgefahren zu nem kleinen Wasserfall. Auf dem Weg hab ich vom Motorrad aus mal die Landschaft versucht einzufangen:



Am Fluss mit kleinem Wasserfall angekommen bin ich mit Suresh erstmal da ein bisschen rumgeklettert und auch ein bisschen geschwommen. Allerdings war ich irgendwie nicht so recht entspannt, weil da sooo viel Natur war, dass ich Bedenken hatte, ob da vielleicht Wasserschlagen unterwegs sein koennten. Das Wasser war zwar so klar und kalt, dass Wasserschlangen sich da gar nicht wohlfuehlen wuerden und ich weiss auch gar nicht, ob es in Sri Lanka ueberhaupt richtige Wasserschlangen gibt, aber so richtig locker war ich nicht!
Als ich dann da so durch den Wasserfall gerutscht bin fanden viele kleine Blutegel meinen Hintern im wahrsten Sinne des Wortest wohl zum anbeissen und so musste ich ne ganze Horde der kleinen Biester absammeln...
Neben uns waren aber auch noch einige Kinder und Frauen aus dem nahegelegenen Dorf am Fluss. Die haben dort erstmal ihre Waesche gemacht und ein schoenes Bad genommen.

Dazu heisst es erstmal ordentlich einseifen...

...und dann "abduschen" mit im vergleich zum Meer ziemlich kaltem Flusswasser.

Und so wird ein bisschen geplantscht, die Frauen natuerlich zuechtig mit Klamotten an...da frag ich mich: wie soll man sich da ordentlich waschen? Aber die scheinen das zu koennen, da verschwindet mal kurz die Seife und schon is alles sauber...

Auch an diesem Wochenende auf dem Lande war ich natuerlich weit und breit mal wieder die einzige Weisse und die vielen Kinder haben mich mal wieder ausgiebig angestarrt.

Hier noch mal der suesse Fratz, der die Badestunde (zum Glueck teilweise auf meinem Arm) selig verschlafen hat.
Nachdem wir trocken waren ging es schnell zurueck zum Haus der Cousine, bisschen essen, Sachen packen und weiter nach Koskoda, um Schildkroeten anzusehen auf ner Farm, die die Eier retten und die kleinen Schildis dann ins Meer bringen.

Die war zwei Tage alt.

Eine Schildkroetem, die sich fuers Foto als Vogel tarnt.

Hab vergessen wie alt diese war, jedenfalls hatte sie nen wunderschoenen Panzer.

...und die war auch ganz schoen alt...acht oder so...
Hab dann noch ein bisschen Geld da gelassen, weil die Farm die Eier von staatlichen Eiersammlern kaufen muss, um sie zu retten. Die Schildkroeten waren wirklich toll, aber ein kleines bisschen Angst hatte ich irgendwie auch vor denen, man weiss ja nicht, was die sonst noch so drauf haben ausser friedlich rumschwimmen...

...allerdings: wer bei so ner Aussicht seine Reise ins Meer antritt, kann eigentlich gar nichts boeses im Schilde (ha, was fuern Wortspiel) fuehren!
Nach den Schildkroeten haben ich Suresh dann nach Panadura gejagt, um meine Sachen abzuholen, weil Judith gerade ohnehin mit einem Fahrer aus dem Sueden hoch nach Hause gefahren ist. Die haben mich dann in Panadura eingesammelt und so musste ich gluecklicherweise nicht mehr ganz spaet allein mit dem Bus durch Colombo, wir konnten noch bei dem leckeren Rotti-Laden halten und so kam ich sicher nach nem relaxten und eben in jeder Hinsicht nassen Wochenende wieder nach Hause.

Dienstag, 11. März 2008

Hochzeit in Aluthgama

Am Montag (10.03.) waren Judith und ich zur Hochzeit von Ravis Schwester eingeladen. Und so fuhren wir am Morgen mit dem Bus von Panadura nach Aluthgama. Da wir unsere kuerzlich erstandenen Saris tragen wollten, brauchten wir natuerlich Hilfe beim Anziehen, die wir dankenswerter Weise von Ravis anderer Schwester bekamen und dann so aussahen:

Die Zeremonie fand in einem nahegelegen Hotel statt. Es wurden diverse Rituale vollzogen: buddhistische Gesaenge, Betelblaetter halten und dabei Spruche aufsagen, den Eltern Geschenke ueberreichen, sich gegenseitig Milchreis in den Mund stecken, Oellampen anzuenden, Ringe anstecken und der Braut eine Goldkette umlegen, kleine Finger mit weissem Faden zusammen binden, anbrennen und dann loeschen...und noch ganz viel mehr...
Hier werden Braut (Shashi) und Braeutigam (Priyantha) grad auf das kleine Podest gefuhert, auf dem diese Rituale dann stattfinden.

Nach der Zeremonie gibt es eigentlich nur noch eins fuer die beiden zu tun: posieren, denn der ganze Tag ist eine einzige Fotosession, damit man hinterher ein dickes Album vorzeigen kann.
Sieht dann alles ziemlich kitschig aus, mit Plastikblumen und kleinen aufgerueschten Maedels, aber das gehoert eben dazu:


Judith, Priyantha, Shashi und Anne vor Plastikblumenarragement.

Da hat sich die Braut dann mal umgezogen, weil sie das andere Kleid ja auch schon zwei Stunden anhatte...

Einen kleinen Kuchen hatten se auch feddich gemacht.

Der stolze Ravi-Bruder.

Die linke Dame ist Ravis Frau (die beiden haben vor einem Jahr geheiratet), sie ist den ganzen Tag um Shashi rumgewuselt, hat ihr beim an- und umziehen geholfen und war wahrscheinlich genauso aufgeregt wie Shashi selbst und auch fast genauso schick gemacht.
Nach der Zeremonie gab es dann auch noch sehr leckeres Essen, wir haben uns nett mit anderen Gaesten unterhalten und sind dann gegen drei wieder aufgebrochen. Der erste Tag der Hochzeit geht naemlich nicht so lange...dafuer gibt es ja noch weitere Festtage, zu denen wir zwar auch noch eingeladen waren, es aber nicht mehr geschafft haben hinzufahren.
Sehr schoen, dass wir dabei sein konnten...allerdings waren wir dann auch n bisschen froh aus den Saris rauszukommen...es war doch ganz schoen warm!

Kandy

Nachdem ich am Freitag morgen aus London zurueck war, Dusche, Mittagessen und ein Stuendchen Schlaf hatte, wurde der Rucksack einmal aus- und wieder eingepackt, denn es galt keine Zeit zu verlieren und los zum naechsten Wochenenderlebnis.
Diesmal ging es mit dem Bus nach Kandy, was mit einem Zwischenstop in Kurunegalla (mit scharfem Kotthu als Abendsessen im Bus) auch reibungslos lief. Von zu Hause hatte ich schon das Guest House angerufen und so konnten wir direkt zu unserem Schlafplatz marschieren.
Ein etwas unentspannter anderer deutscher Gast hat uns dann um halb elf zu verstehen gegeben, dass wir jetzt ins Bett zu gehen haben, weil wir so laut lachen... was sagt man dazu?
Am naechsten Morgen zogen wir (ach ja wir sind mittlerweile noch einer mehr, jetzt haben wir noch nen Sven mit dabei) dann los Richtung Markt, auf dem Weg sind diese Bilder entstanden:

Grosse Buddhastatue aufm Berg ueber der Stadt.

Der Zahntempel, den wir am Abend noch besuchen wollten.
Im Marktgebaeude sind wir dann zum Schneidergeschaeft gegangen und ich habe mir noch einen weiteren Sari ausgesucht (man will ja angemessen gekleidet sein fuer die anstehende Hochzeit von Ravis Schwester) und ne Hose machen lassen.
Der weitere Plan war: Elefanten besuchen. Also den Rekord gebrochen und zu fuenft ins Tuk-Tuk gequetscht und zum "Elefant Park" gefahren, dor war aber leider alles zu, weil die Elefanten beim Doktor waren (auf unbestimmte Zeit)...
Hier wollten wir eigentlich mit ihnen spielen:

Also kurzerhand den Plan geaendert und weiter zum Gewuerzgarten... ungefaehr 45 Minuten zu fuenft im Tuk-Tuk bei Serpentinenstrasse kann schon bissl anstrengend werden, zumal der Gewuerzgarten dann auch ein ziemlicher Reinfall war. Ich war vor 5 Jahren schon mal in genau demselben, aber damals kam mir das irgendwie viel besser vor, war es vielleicht auch.
Auf dem Rueckweg haben wir dann erstmal ne Rast mit Mais gemacht:

Und dabei die schoene Aussicht genossen:

Zurueck im Hostel waren wir dann auch ganz schoen erschlagen. Dort warteten dann schon Suresh und Celine und so waren wir schon zu siebent. Nach etwas Rast und ner Dusche ging es dann zum Markt, wo ich meine fertigen Sachen abholen konnte... und weiter zum Zahntempel.
Ein Glueck hatte ich ne Hose machen lassen, Suresh hatte naemlich nur ne kurze Hose an und damit darf man da nicht rein, so konnte er einfach meine neue Hose ueberziehen...
Dieser Tempel ist eines der groessten buddhistischen Heiligtuemer, denn dort liegt angeblich ein Weisheitszahn von Herrn Buddha beherbergt. Auch in diesem Tempel war ich beim meinem letzten Besuch in Sri Lanka schon einmal und er hat mich damals sehr beeindruckt. Auch dieses Mal hab ich die Stimmung wieder sehr genossen...laute Trommeln und Floeten, viele Menschen, die lebhaft und trotzdem andaechtig sind, gedaempftes Licht, Moenche, viel weiss, gold und dunkles Holz...


Nach dem Tempelbesuch haben wir dann versucht etwas zu Essen zu finden, was gar nicht so einfach war. Hier sind Sven, Suresh und Judith schon ganz kaputt...

Schliesslich haben wir oberhalb der Stadt auf ner Terasse gesessen und Byriani-Reis mit Cashews und Fisch gegessen...hmmm.
Der Rueckweg im Dunklen war zwar etwas abendteuerlich...aber wir sind wohlbehalten zum Guest House zurueckgekommen.
Nach nem Srilankan breakfast ging es dann ab in den Botanischen Garten. Leider schien die Sonne nicht, aber es gab riesige Baeume, Bambus, Orchideen, viele viele Blumen und Flughunde zu sehen.


Am Nachmittag machten sich Judith, Celine, Suresh und ich dann auf den Weg nach Panadura zu Sureshs Eltern. Nach einer fast vierstuendigen Busfahrt mit Umsteigen in Colombo kamen wir dann auch ans Ziel. Nach kalter Dusche sind wir dann noch mit der ganzen Familie und Pula und seiner Frau Essen gegangen...das war allerdings am Preis gemessen nicht so der Hammer und das naechste Mal essen wir dann lieber wieder bei Sureshs Mama...billiger und besser!
Voellig erschoepft sind Judith und ich dann im Zimmer von Surehs Bruder (das er netterweise fuer uns geraeumt hatte) in die Better gefallen.
Ein nettes Wochenende, aber sicher nicht das Highlight.

Freitag, 7. März 2008

Spendenaufruf!

Heute bin ich mal in charitativer Mission unterwegs:
Unsere maid die Priyanka (die kleine you-say-i-bring-Dame) ist ein ziemlich armes Maeuschen, ihr Mann ist vor 13 Jahren gestorben, seit dem hat sie ihre Tochter allein durchkriegen muessen. Fuer ihren Job in unserem Haus bekommt sie umgerechnet 50 Euro im Monat, bei staendig steigenden Lebensmittel- und Strompreisen bleibt da zum Sparen nicht wirklich was uebrig.
Priyanka wohnt auf nem kleinen Stueck Land, wo ein kleines Haus...eigentlich mehr ne Huette steht, es gibt dort keine gemauerten Waende, sondern Holzbretter mit fetten Ritzen und durchs Dach regnet es durch. Jedesmal wenn es regnet hat sie also Wasser im Haus...
Judith und ich haben uns nun ueberlegt, dass wir ihr gern helfen wuerden...die Idealversion waeren natuerlich gemauerte Waende und ein vernueftiges Dach, ist aber finanziell vermutlich nicht erreichbar. Aber vielleicht koennen wir wenigstens das Regenwasser ein bisschen fernhalten.
Ich moechte daher alle, die ein paar Euros abzugeben haben und sie fuer dieses Projekt hergeben wollen, bitten, mir bescheid zu sagen und dann koennen wir das fuer Priyanka sammeln!
Ich sag jetzt schon mal vielen Dank an alle deren Herz ich bis hierher schon erweichen konnte...kann fuer die Traenendruese auch noch ein Foto des Haeuschen nachliefern...
Danke schreibt Anne

Donnerstag, 6. März 2008

Anne in England

Heute news aus Hurley close to Maidenhead close to London.
Hier bin ich, um meine Arbeit der letzten zwei Monate in Sri Lanka vorzustellen, da hier im Moment ein Meeting des Vorstands und alle wichtigen Menschen der Firma sind.
Bin am Montag Mittag von Colombo aufgebrochen, mit mir im Flugzeug war Manuja, die Engineering Senior Managerin aus Koggala, mit der ich mich sehr gut verstehe. Das war ganz nett, so musste ich nicht allein reisen und ich hatte den Eindruck sie war auch ganz froh.
Der Flug war recht angenehm, sanfter Start und sehr sanfte Landung...aber 11 Stunden sind doch auch n bisschen lang!
Beim Anflug ueber London hatten wir einen wundervollen Ausblick, dieses riesige Lichtermeer, wo einfach in keiner Richtung ein Ende zu sehen war. Zudem flogen wir so tief, dass ich gleich noch ein bisschen Sightseeing machen konnte...Towerbridge, Big Ben, Westminster alles deutlich von oben zu sehen.
Wir wurden vom Flughaben abgeholt und zum Hotel gefahren...ein Haus aus dem 12. Jh.:



Schoen, aber ziemlich ueberteuert...liegt wahrscheinlich an der Naehe zu London...
Ueberhaupt ist hier alles ziemlich...posh... mir faellt kein passendes deutsches Wort dafuer ein, es ist einfach posh!
Am ersten Tag habe ich dann am Meeting teilgenommen, bei dem es um Finanzen ging, hab zwar nicht sooo viel kapiert, aber es war dennoch spannend zu beobachten.
Abends gings dann zu ner Bootstour auf der Themse, die hier gleich um die Ecke ist...ein paar Bilder vom Trip:

Unser Boot.


Unbezahlbare Haeuser entlang des Flusses.

Am Mittwoch hatte ich dann meinen grossen Auftritt in diesem schicken Meetingroom:
Das ist alles gut gelaufen, die Herren haben aufmerksam zugehoert und ich habe nun weitere Aweisungen, wie es fuer mich in den naechsten Monaten weitergeht. Ich glaub, die fanden das ganz gut, was ich bisher so gemacht hab und ich war auch recht zufrieden. Vor allem, weils mit Englisch jetzt auch so langsam zufriedenstellender laeuft und ich mich einigermassen ausdruecken kann, auch wenn es immer noch reichlich room for improvement gibt!
Am Abend wieder gutes Essen und mal wieder Wein genossen...
Donnerstag dann noch nen Spaziergang gemacht, um ein bisschen die Gegend zu erkunden. Dabei hab ich Lamas entdeckt:

Und diese tote Taube, die ich Euch natuerlich nicht vorenthalten moechte.

Nach einem schnellen Mittagessen wurde ich dann wieder nach Heathrow gekarrt, hab eingecheckt, bin ca. 1,5 km bis zum Gate gelaufen...was fuer ein riesiger Flughafen... und bin dann heute morgen wieder sicher hier gelandet.
Eine schoene Reise, die die Frau von Welt da erlebt hat.
Irgendwann Ende des Monats werde ich dann noch die Niederlassungen in Deutschland und in den USA besuchen, da geht die Rumfliegerei dann weiter...nun noch ein bisschen Kraft tanken, denn heute steht schon der naechste Wochenendtrip nach Kandy an.

Mittwoch, 5. März 2008

Das kulturelle Dreieck...

...besteht aus Dambulla, Sigiriya und Polonaruwa...unsere Ziele fuer das Wochenende.
Wieder ein Wochenendbericht, fuer den mir eigentlich die Worte fehlen...
Wie immer freitags nach der Arbeit sind wir (Judith, Anja, Michael und ich) mit dem Bus aufgebrochen, diesmal Richtung Norden...zunaechst von Negombon Richtung Kurunegala und dann von dort nach Dambulla. Der Busfahrer von Kurunegala nach Dambulla ist gefahren wie der letzte Henker, er hat es zwischendurch auf 100 kmh gebracht... da wir diese Busfahrt ueberlgebt haben, kann uns eigentlich auch sonst im Leben nicht mehr so viel passieren...
In Dambulla angekommen sind wir dann zu nem Guest House gefahren, in dem Celine und Suresh schon auf uns warteten, haben gemeinsam gegessen und auch ein bisschen getrunken.
Ziemlich erschoepft von der langen Busfahrt (4h) sind wir frueh ins Bett gefallen, um am naechsten Tag nach Sigiriya aufzubrechen.
Sigiriya ist ein riesengrosser Felsen mitten in der Landschaft, auf den man draufklettern kann. Die Legende sagt, dass oben auf dem Felsen ein Koenig gelebt hat, bzw. dorthin gefluechtet ist, nachdem er seinen Vater um die Ecke gebracht hat. Urspruenglich gab es aber wohl mal ein buddhistisches Kloster dort...Die meisten Ueberbleibsel sind aber aus der Koenigszeit zu sehen.
Die Tickets waren zwar schweineteuer (fast 30 Euro), aber hinterher kann ich sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat!
Hier sind Bilder:

Wassergrabensystem aus der Koenigszeit.

Die Gang vor dem Aufsteig mit dem Felsen im Ruecken.

Es war teilweise sehr sehr steil...wat hamma geschwitzt!
Ich habe waehrend Auf- und Abstieg sicherlich 2 Liter getrunken und ich war nicht einmal auf dem Klo... das kam alles ueber die Haut wieder raus!

Frueher war da mal ein ganzer Loewe, heute sind nur noch die Tatzen uebrig, aber auch die sind noch toll.

Auf halbem Weg zur Spitze.

Auf halbem Wege sind auf den Felsen so einige von diesen nackten Weibern gemalt. Frueher waren das mal 500, jetzt sind nur noch etwa 15 erhalten... sie sind furchtbar alt und mit Naturfarben gezeichnet. Es wird gestritten, ob das die 500 Frauen des Koenigs waren, oder Goetter aus der Zeit des Klosters.
Und nach einem langen, anstrengenden Aufstieg (den Judith trotzt ihrer Hoehenangst auch gemeistert hat) wurden wir mit einer Aussicht belohnt, fuer die es keine Wort gibt! Ihr koennt Euch einfach die Fotos ansehen, die mal wieder die Realitaet nicht auszudruecken vermoegen!




Das ist mein Lieblingsbild!


Die Wassergaerten von oben.
Nach einem zuegigen Abstieg und einem guten aber spaeten Lunch ging es zurueck im Bus nach Dambulla. Zurueck aus Sigiriya und einer wirklich noetigen Dusche sind wir aufgebrochen, um uns die beruehmten Hoehlentempel anzusehen.

Dafuer muss man mal wieder auf nen Berg klettern. Hier die Aussicht beim Aufstieg... im Hintergrund kann man den Sigiriyafelsen sehen (der Eckige in der Mitte)!
Oben angekommen, eroeffnete man uns, dass wir unten die Tickets haetten kaufen muessen, die zudem auch noch unverschaemt teuer waren und das der Tempel in ner Stunde schliessen wuerde. Etwas genervt entschieden wir uns, dass die Tempel so wichtig nun auch nicht sind und haben einfach den wunderschoenen Sonnenuntergang angeschaut und die atemberaubende Aussicht und die friedliche Atmosphaere genossen. Seht selbst (auch wenn Fotos das mal wieder nicht wirklich wiedergeben koennen):


Nach dem Abstieg sind wir dann mal wieder in den Bus gestiegen und weiter nach Polonaruwa gefahren, von unterwegs ein Guest House angerufen...und eine schoene Ueberraschung erlebt. Als wir in Polonaruwa aus dem Bus stiegen, standen Guest House "Vater und Mutter" schon mit dem Van bereit, um uns abzuholen, ohne dass wir darum gebeten haben...sehr nett. Die beiden waren wirklich sehr bemueht, die Zimmer waren gut, sauber und die Dusche hatte auch mal ein bisschen Wasserdruck zur Abwechslung. Totmuede sind wir gegen 11 in die Better gefallen.
Am Sonntagmorgen (nach koestlichen Bananarottis zum Fruehstueck) haben wir dann vom Guest House Fahrraeder gemietet, weil Polonaruwa so weitlaeufig ist, dass man es zu Fuss entweder nicht an einem Tag schafft oder das Auto nehmen muss. Neben Fahrraedern haben wir auch noch nen Guide "gemietet", der sollte uns alles genaustens erklaeren, was er auch gemacht hat...netter Typ.
Polonaruwa ist die 2. von 22 Hauptstaedten, die Sri Lanka hatte. Die Hochzeit der Stadt liegt 1500 Jahre zurueck und es gibt unzaehlige Ausgrabungen anzusehen. Laut Guide sind bisher sogar nur 25% ausgegraben, aber weil das Geld fehlt, liegt der Rest noch unter der Erde versteckt, auch so war es schon beeindruckend.
Da denkt man, die Europaeer seien so kultiviert, wenn man sich diese uralten Gebaeude anguckt und die Ingenieursleistungen, die dahinter stecken, und dann daran denkt, was in Europa 500 n.Chr. so los war, dann faellt einem nix mehr ein. Da gabs ne Kanalisation, ein Gericht und so was wie ein Parlament, 5-7-stoeckige Haeuser, Handel...toll und teilweise wirklich gut erhalten!

Wohnhaus der Koengisfamilie...das war frueher mal 5 Stockwerke hoch.
Uralte riesige Dagoba.
Einer der vielen Tempel!
Und ein paar Statuen!
Noch so n altes Haus!
Da hat die Koenigsfamilie gebadet.
Irgendwelche Ausgrabungen von Haeusern, von denen nicht so ganz klar ist, was das mal war, sieht aber gut aus!
Hier sieht man den sog. Rocktemple, es gibt vier grosse Buddhastatuen, die in den Fels gehauen sind, sie sind wirklich sehr schoen und beeindruckend praezise gearbeitet...beeindruckend auch, wie die Menschen, die das erstellt haben, es hinbekommen haben, zu berechnen, wie man die Figuren symmetrisch hinbekommt und wenn man da einen Fehler macht, ist ja alles versaut.. die hattens drauf!
Nach nem spaeten Mittagessen, der Besichtigung einer Holzfirma und ner Dusche ging es dann wieder Richtung Negombo.
Auf dem Rueckweg von Polonaruwa kamen wir dann gegen 10 Uhr abends wieder nach Kurunegala, von dort wollten wir den Bus nach Negombo nehmen. Einziges Problem: es gab da gar nix mehr, keinen Bus, keine Menschen, kein offenes Geschaeft... irgendwie konnten wir dann einen TukTuk-Fahrer finden, der uns die 70 km mit seinem TukTuk nach Negombo gefahren hat...und wie man sieht haben wir uns die Laune nicht verderben lassen von 2,5 h zu viert im TukTuk!


Und ganz zum Schluss noch ein suesses Tierchen... von diesen haben wir bestimmt 7 oder 8 am Wochenende gesehen!