Mittwoch, 19. März 2008

Wasser

...was fuer ein nasses aber/ und entspanntes Wochenende...
Freitags nach der Arbeit mit dem Bus mal wieder nach Panadura zu Suresh + Familie gefahren, leckeres Essen bekommen (hab endlich zum ersten Mal Kochbananen gegessen), den Eltern ganz viele Fotos gezeigt, mit Sureshs Mama geschimpft, weil sie immer durchs Haus fegt, obwohl die Beine wehtun und einfach zeitig schlafen gegangen.
Samstag morgen ging es dann gemuetlich los mit dem Motorad los nach Gangodawila, einem kleinen Dorf Richtung Sueden im Landesinneren, wo Sureshs Cousine mit Familie lebt. Die Fahrt dauerte fast zwei Stunden und mir tat ganz schoen der Hintern weh.
Kaum waren wir angekommen, fing es auch schon in Stroemen an zu regnen und sollte auch den ganzen Tag -bis auf eine kleine Pause- nicht wieder aufhoeren.
Also haben wir einfach ganz viel mit der kleinen Tochter der Cousine gespielt, ein fuenfmonatiges, herzallerliebstes kleines Buendel, dass am liebsten durch die Luft gewirbelt wird:

Der schwarze Punkt auf der Stirn soll sie uebrigens beschuetzen.

...und dieser kleine Po...da hab ich kurz ueberlegt, ob ich sie mal fuer ne Woche ausleihen kann, ihr Terminplan war aber leider schon voll (pinkeln alle 5 min, schlafen, Fuss in den Mund stecken und so weiter).

Wir haben wirklich nicht viel gemacht an diesem Tag: gegessen, geschlafen, mit dem Baby gespielt und dann sind wir noch zum Tempel gegangen. Da gab es nen Hund, dem andere Hunde ein Bein abgebissen hatten (das sah gruselig aus und roch auch gruselig), also sind wir schnell weitergegangen zu nem Moench (hab schon gelernt mich tief zu verbeugen vor denen, weil sich das so gehoert) und dann hab ich wieder unter Gemurmel ein weisses Baendchen fuer meinen Arm bekommen.
Bei so viel Regen konnte man also wunderbar entspannen, weil man ohnehin nicht viele andere Dinge tun konnte.
Am Sonntagmorgen sind wir dann erstmal Spazieren-Klettern gegangen. Trotzdem es immer noch bewoelkt war, hatte wenigstens der Regen aufgehoert... Also sind wir einfach auf einen kleinen Huegel-Berg raufgekraxelt und hatten ne wunderschoene gruene Aussicht. Es war wirklich sehr laendlich, mit Lehmhuetten, jeder hat seine 30-40 Teestraeucher und Zimtbaeume und es gibt einfach viel viel Natur.


Als wir zurueckkamen, musste ich doch ein bisschen schmunzeln. In Sri Lanka waescht und putzt der ordentliche Mann am Wochenende eben nicht sein Auto vor der Haustuer, sondern sein Tuk-Tuk:

Nachdem alles blitzblank war sind wir dann mit der kleinen Familie und noch einer anderen befreundeten Familie aus dem Dorf losgefahren zu nem kleinen Wasserfall. Auf dem Weg hab ich vom Motorrad aus mal die Landschaft versucht einzufangen:



Am Fluss mit kleinem Wasserfall angekommen bin ich mit Suresh erstmal da ein bisschen rumgeklettert und auch ein bisschen geschwommen. Allerdings war ich irgendwie nicht so recht entspannt, weil da sooo viel Natur war, dass ich Bedenken hatte, ob da vielleicht Wasserschlagen unterwegs sein koennten. Das Wasser war zwar so klar und kalt, dass Wasserschlangen sich da gar nicht wohlfuehlen wuerden und ich weiss auch gar nicht, ob es in Sri Lanka ueberhaupt richtige Wasserschlangen gibt, aber so richtig locker war ich nicht!
Als ich dann da so durch den Wasserfall gerutscht bin fanden viele kleine Blutegel meinen Hintern im wahrsten Sinne des Wortest wohl zum anbeissen und so musste ich ne ganze Horde der kleinen Biester absammeln...
Neben uns waren aber auch noch einige Kinder und Frauen aus dem nahegelegenen Dorf am Fluss. Die haben dort erstmal ihre Waesche gemacht und ein schoenes Bad genommen.

Dazu heisst es erstmal ordentlich einseifen...

...und dann "abduschen" mit im vergleich zum Meer ziemlich kaltem Flusswasser.

Und so wird ein bisschen geplantscht, die Frauen natuerlich zuechtig mit Klamotten an...da frag ich mich: wie soll man sich da ordentlich waschen? Aber die scheinen das zu koennen, da verschwindet mal kurz die Seife und schon is alles sauber...

Auch an diesem Wochenende auf dem Lande war ich natuerlich weit und breit mal wieder die einzige Weisse und die vielen Kinder haben mich mal wieder ausgiebig angestarrt.

Hier noch mal der suesse Fratz, der die Badestunde (zum Glueck teilweise auf meinem Arm) selig verschlafen hat.
Nachdem wir trocken waren ging es schnell zurueck zum Haus der Cousine, bisschen essen, Sachen packen und weiter nach Koskoda, um Schildkroeten anzusehen auf ner Farm, die die Eier retten und die kleinen Schildis dann ins Meer bringen.

Die war zwei Tage alt.

Eine Schildkroetem, die sich fuers Foto als Vogel tarnt.

Hab vergessen wie alt diese war, jedenfalls hatte sie nen wunderschoenen Panzer.

...und die war auch ganz schoen alt...acht oder so...
Hab dann noch ein bisschen Geld da gelassen, weil die Farm die Eier von staatlichen Eiersammlern kaufen muss, um sie zu retten. Die Schildkroeten waren wirklich toll, aber ein kleines bisschen Angst hatte ich irgendwie auch vor denen, man weiss ja nicht, was die sonst noch so drauf haben ausser friedlich rumschwimmen...

...allerdings: wer bei so ner Aussicht seine Reise ins Meer antritt, kann eigentlich gar nichts boeses im Schilde (ha, was fuern Wortspiel) fuehren!
Nach den Schildkroeten haben ich Suresh dann nach Panadura gejagt, um meine Sachen abzuholen, weil Judith gerade ohnehin mit einem Fahrer aus dem Sueden hoch nach Hause gefahren ist. Die haben mich dann in Panadura eingesammelt und so musste ich gluecklicherweise nicht mehr ganz spaet allein mit dem Bus durch Colombo, wir konnten noch bei dem leckeren Rotti-Laden halten und so kam ich sicher nach nem relaxten und eben in jeder Hinsicht nassen Wochenende wieder nach Hause.

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