Donnerstag, 24. April 2008

Frohes Neues Jahr!

Seit dem 13. April hat nun auch hier bei uns das neue Jahr endlich angefangen.
Das singalesische Neujahrsfest ist ungefaehr so ein Grossereignis wie bei uns Weihnachten: es gibt freie Tage, die Familien kommen zusammen, es wir viel gegessen und man schenkt sich gegenseitig etwas.
Ich war bei Sureshs Familie eingeladen und haben dort das volle Programm an Traditionen mitgemacht. Vor allem der Neujahrstag ist durch astrologische Berechnungen minutioes geplant. So galt es bis 12:05 Mittag zu essen und den Nachbarn Teller mit typischen Neujahrssuessigkeiten zu bringen. Wir haben leider nicht rechtzeitig geschafft alle Teller zu verteilen, da es aber Unglueck bringt, wenn man danach noch etwas verteilet, musste bis zum naechsten Tag gewartet werden. Ebenso gab es Vorgaben fuer die Zeit, in der man in den Tempel gehen darf. Ich bin mit der ganzen Familie am Nachmittag hingegangen, wie immer unter der Aufmerksamkeit des halben Dorfes... Dann um 19:54 knallten endlich die Kracher draussen und man wuenschte sich ein frohes neues Jahr. Dann wurde im Haus ein Feuerchen angezuendet und auf einem Stoefchen darueber Milch erhitzt. Das wird so lange gemacht, bis die Milch ueberkocht, wenn das denn endlich passiert, freuen sich alle ganz doll und klatschen. Dabei laeuft der Fernseher, auf dem man zusehen kann, wie der Herr Praesident und seine Frau hoechstpersoenlich bei sich zu Hause ihre Milch kochen. Die ueberkochende Milch ist ein Symbol fuer Reichtum, Wohlstand und Ueberfluss...was man sich selbstverstaendlich fuer das kommende Jahr wuenscht.
Die Aktion war ja an sich auch ganz spannend, nur wurde der Rauch im Haus zwischendurch so stickig, obwohl alle Fenster auf waren, dass ich mal ein paar Minuten raus gehen musste...puh...

Nach der Milchkoechlei ging es dann weiter damit, dass man sich der Familienhierarchie entsprechend Betelblaetter ueberreichte und sich dabei bis zu den Fuessen des anderen verbeugte. So standen wir 5 (Amma, Tata, kleiner Bruder, Suresh und Anne) also ein bisschen rum und gaben uns gegenseitig Betelblaetter in die Hand.
Ausserdem wurde jeder der Familie mit dem Nationalgericht kiri bath (Milchreis, der aber hier nicht suess ist) von der Mama gefuettert.
Schliesslich wurden noch kleine Geschenke verteilt, ich habe sogar auch einen Rock geschenkt bekommen und dann wurde natuerlich auch noch gegessen...zum ersten Mal alle an einem Tisch zusammen!
Leider war ich den ganzen Tag ueber ziemlich krank (Erkaeltung oder so was) und habe zwischen den einzelnen Ritualen eigentlich nur geschlafen...deswegen ging es dann auch bald ins Bett fuer mich.
Sehr schoen, dass mal miterleben zu duerfen.

Anne in Panama


Man kommt halt rum...

Danke 2x

1x:
Ein bisschen Provokation und schon weiss ich wieder, wie es Euch allen so geht!
Vielen Dank fuer die lieben Kommentare, Nachrichten, Emails und sonstigen Lebenszeichen. Ich hab mich gefreut!

2x:
Vielen Dank auch an alle, die bisher schon etwas fuer Priyanka gespendet haben, es gibt leider noch keinen ganz konkreten Plan, wie wir weiter vorgehen, haben aber gestern mal laenger mit ihr gesprochen und ich werde die grosszuegigen Spender natuerlich auf dem Laufenden halten!

Mittwoch, 9. April 2008

Kommentare

...ach ja, Ihr duerft ruhig mal wieder bisschen kommentieren, aber wahrscheinlich liest mein doofes Geschwafel eh keiner mehr ausser Grossvati, der ja nur uebers Telefon kommentieren kann... was er auch macht!
So und jetzt in nett:
Ich freue mich immer ueber Kommentare von Euch! Bitte schreibt mir, damit ich weiss, dass Ihr noch am Leben seid!
Danke sagt Annepanne!

Anne in Massachusetts

Wie im letzten Eintrag angekuendigt, bin ich von Deutschland aus in die USA geduest... nachdem ich Mittwoch morgen um drei im Hotelbett lag, stand ich sechs Stunden spaeter schon wieder abfahrtbereit in der Lobby und wartete auf Denise. Sie ist die Controllerin von Flintec US und holte mich ab... auf der Fahrt zum Buero sah alles aus wie in nem Klischee-Ami-Film. Einfamilienhaeuser aus Holz mit Veranda und gehisster Flagge, gelbe Schulbusse, fette Autos, lauter Junkfood-Restaurants... In der Firma angekommen wurde ich sehr sehr nett aufgenommen...mit typisch ueberschwaenglicher Amifreundlichkeit, bei der man nie so ganz weiss, ob das jetzt fake ist oder ob die wirklich so glad to meet me sind... Ich wurde ueberall herumgefuehrt und bekannt gemacht und fing auch gleich an zu arbeiten. Dabei hatte ich ganz schoen mit der Muedigkeit zu kaempfen (als ich dort morgens angefangen habe, haben meine lieben Freunde hier in Sri Lanka schon Feierabend gehabt)... Um sechs Uhr zurueck im Hotel hab ich dann auch ohne Abendessen erstmal 12 Stunden durchgepennt!
Donnerstag wieder mit Denise zur Arbeit, Gespraeche gefuehrt und mich abends mit ihr und einer Freundin von ihr in nem Barbeque-Diner mit gegrilltem Chicken und Mac'n'Cheese vollgestopft... lecker und sehr sehr viel. Essen ueberhaupt immer in Mega-Portionen, die ich fast immer mutig reingestopft habe... gut, dass ich nur 4 Tage da war! Hab auch aeusserst gesund gegessen: Burger, Grillfleisch, Doughnuts, Pizza, Toastbrot, Calzone, Taccos...und oho einmal nen Salat (aber mit Dosenthunfisch...).
Freitag noch mal arbeiten...alle sehr nett, ich wurde auch eingeladen wiederzukommen, auch wenn ich nicht mehr bei Flintec arbeiten sollte! Nach der Arbeit hat mich Steve, einer der Vertriebler, der sowieso in Boston wohnt, mitgenommen, denn ich wollte ja die Stadt noch ein bisschen ansehen und hatte ein Hostel gebucht fuer Freitagnacht.
Dieses war auch voellig in Ordnung, hab mein Zimmer mit nem kleinen Asiaten geteilt, der sehr ueberrascht schien, dass ich ihm Informationen ueber meinen Namen und mein Heimatland aufzwang und dann etwas verdutzt sagte: "You can call me Bob." Dazu kams dann aber nicht mehr, weil ich sooo frueh eingeschlafen bin und er noch nicht wach war, als ich wieder gegangen bin...aber nett wars trotzdem...wie er wohl wirklich hiess? Nachdem Steve sich versichert hatte, dass ich in dem Hostel gut aufgehoben bin, musste ich mit ihm noch etwas trinken gehen...daraus wurde dann ein dickes fettes Abendessen mit Bier und Margaritas...lecker, schwer und lustig.
Danach bin ich dann totmuede um neun Uhr unter Bobs Obhut und unter amerikanischer Fersehberieselung eingeschlafen. Am Morgen musste ich mich der Herausforderung stellen, meine Haare in einer Badewanne ohne Duschschlauch zu waschen...ging auch...
Um acht Uhr bin ich mit gesammten Gespaeck vom Hostel losgelaufen, um die Stadt zu sehen. Bei der Ankunft hatte ich mir vom Flughafen ne Karte mitgenommen...bloed nur, dass die Strasse des Hostels da nicht drauf war! Also bin ich einfach mal losgelaufen und hab auf gut Glueck eine Richtung eingeschlagen, die sich dann auch als gar nicht so verkehrt rausstellte. Wetter war uebrigens auch eher bescheiden: richtig kalt und Nieselregen, dazu der schwere Rucksack... aber wenn man schon mal da ist...
Nach nem sehr gemuetlichen Fruehstueck (Schokodoughnut) im Stehen im Eingangsbereich eines Supermarktes, lief ich immer weiter Richtung Stadtzentrum, dabei kam ich an ganz vielen Unigebaeuden vorbei und an mir kamen ganz viele Jogger vorbei...Boston ist fit!
Die Stadt ist eine ziemlich gleichmaessige Mischung aus europaeischem Einfluss und typischer Amigrossstadt (haha wie will ich das eigentlich beurteilen...war ja noch nie in einer, nur in kleineren Staedten...aber so stell ich mir das vor!). Hier mal ne Haeuserzeile, die auch in London stehen koennte:

...aber wer genau hinsieht kann im Hintergrund schon die Skyscraper erahnen.
Nach ungefaehr anderthalb Stunden tapferem Marsch kam ich dann auch nach Chinatown, dachte da gaeb es schoene niedlich Geschaefte zum Stoebern...aber denkste...alles nur Restaurants oder Lebensmittellaeden...es dreht sich eben selbst bei chinesischen Amis offenbar alles ums Essen! Immerhin hatte se son Tor aufgestellt zum Fotografieren...

Von da gings weiter zum Boston Common, dem Stadtpark, der zu dieser Jahreszeit und Wetterlage nicht so ne richtige Augenweide war, aber ich kann sagen, ich hab ihn gesehen...

...nicht mal Wasser drin, in dem bloeden Tuempel!
Spannend waren dagegen diese Monstereichhoernchen, die nicht etwa vor mir weggelaufen sind, sondern zwischen meinen Beinen rumwuselten...wollten wohl aufs Foto...ham se ja auch geachafft!

Irgendwann hab ich dann endlich die Red Brick Lane gefunden, den "Boston Freedom Trail". Das ist ein Weg, der durch die halbe Stadt fuehrt, vorbei an all den historischen Staetten, die man nicht verpassen sollte. Und damit auch der letzte Depp sich nicht verlaufen kann, ist der Weg durch eine Linie aus roten Backsteinen gekennzeichnet (daher der Name ne?!)

Zwischendurch findet man in der Innenstadt sehr viele urlate Friedhoefe, dort liegen dann zum Beispiel Passagiere von der Mayflower begraben...und manche Grabsteine haben Verzierungen, die jedes Emomaedchen verzuecken wuerden...stilisierten Totenkopf mit Engelsfluegeln und gekreuzten Knochen drueber...bestimmt lassen sich manche Leute so was taetowieren...

Der Esel ist fuer meinen Kaithe! Hinter dem Esel (ich weiss leider nicht, wofuer der beruehmt ist) steht die "Old City Hall", die muesst ihr euch jetzt denken...

Das ist die "Massachusetts State Hall", was da genau drin passiert ist, weiss ich nicht, zu der Zeit war der Ruecksack schon sooo schwer, dass mir Huefte und Kniee hoellisch weggetan haben und ich keine Musse mehr fand irgendwelche Schilder zu lesen...aber wie war das?! Wenn man schon mal da ist...

Hier mal ein paar graue Hochhaeuser...spannend wa?!

In der "Faneuil Hall", noch so nem alten Versammlungsgebaeude war grad ne Hillary-Veranstaltung zu Gange, zum Glueck war sie selbst nicht da...

Und er hier hat auf seinen Plastikeimern, Topfdeckeln und Metalschuesseln, so coole Trommelmusik gemacht, dass ich erstmal ne halbe Stunde zugehoert hab (ganz vielleicht auch, um mich mal ein bisschen auszuruhen...). Weiss leider nicht, wie man hier Videos hochlaedt, sonst wuerd ich mal eins reinstellen und dann koenntet ihr es euch anhoeren, so muesst ihr euch einfach vorstellen, dass es toll war!

Nachdem ich so ungefaher 7 Stunden (das ist noch nicht mal ne Uebertreibung!) am Stueck durch Boston gelaufen bin und kaum noch einen Schritt tun konnte, hab ich die U-S-Bus-Bahn (hier isses all in one) gesucht und bin zum Flughafen gefahren (der heisst Logan Airport...haha Kaithe is das nicht passend in der Gegend...), hab meine restlichen Dollars fuer Chips und Doughnuts auf n Kopp gehauen: 1. gabs da nix anderes in meiner Preisklasse und 2. wenn schon ungesund dann richtig! Puenktlich um sieben ging dann mein Flug nach Washington, nach ner Stunde weiter nach Frankfurt und mit drei Stunden Aufenthalt dort dann weiter nach Colombo. Nach zwei Naechten in Flugzeugen bin ich dann am Montagmorgen stinkend und muede wieder "zu Hause" gewesen...

Ach und zum Abschluss noch das hier: diese Orchideenbluete hab ich in Boston auf der Strasse gefunden, da war alles so grau und kalt und nass und dann lag da so eine schoene Bluete... naja ich fands gut!

Donnerstag, 3. April 2008

Anne in Deutschland

Im Rahmen des Praktikums sollte ich einige Tage in der deutschen Tochterfirma verbringen, um auch dort einige Forschungen zur Kommunikation anzustellen. Also flog ich Dienstagnacht von Colombo nach Frankfurt und fing am Mittwochmorgen in Meckesheim (in der Naehe von Heidelberg) an zu arbeiten.
Als ich in Frankfurt landete schneite es... einen richtig gemuetlichen Empfang hatte ich also nicht. Auch an die eher etwas grobe "Freundlichkeit" in Deutschland musste ich mich erst wieder ein bisschen gewoehnen, warum auch mal laecheln?
In Meckesheim fuehrte ich dann Mittwoch, Donnerstag und Freitag mit fast allen Mitarbeitern Gespraeche, hielt Ohren und Augen offen, um herauszubekommen, wie dort gearbeitet wird. Es war recht interessant, nach dem 5. Gespraech am Tag ist man dann aber nicht mehr so ganz aufnahmefaehig.
Untergebracht war ich in einem netten kleinen Hotel, wo ich mir abends so extravagante Dinge wie Maultaschen oder Spaetzle bestellte... fettig und lecker!
Am Freitag nach der Arbeit habe ich mich dann in den Zug nach Norden gesetzt und um 21:40 bin ich nach ziemlich genau 3 Monaten meinem lieben Kaithe wieder in die Arme gefallen. An dieser Stelle schon mal Entschuldigung an alle, denen ich nicht bescheid gesagt hab, dass ich am Wochenende in Bielefeld war... ein Wochenende ist viel zu kurz, um alle sehen zu koennen und deswegen wusste es fast niemand. So haben wir uns einfach ins Bett und aufs Sofa gekuschelt und die wenigen Stunden genossen... wie schnell man sich daran wieder gewoehnen kann, habe ich dann Sonntagnachmittag zu spueren bekommen... der Abschied fiel mir noch schwerer als der im Januar, war ne ganz ausgewachsene Heulboje, auch wenn jetzt ja "nur" noch 2 Monate Trennung vor uns liegen...
Auf dem Rueckweg am Sonntag war mal wieder Verlass auf die deutsche Bahn und ich kam mehr als zwei Stunden spaeter wieder in Meckesheim an als geplant (Kaithe musste sogar noch die Wirtin des Hotels anrufen, damit die nicht schon zuschliesst...)
Am Montag ging es dann mit der Arbeit weiter, ich habe einen kleinen Vortrag ueber meine Ergebnisse gehalten, der mehr oder weniger aufmerksam verfolgt wurde, nachmittags noch ein bisschen weitergeforscht und am Dienstagvormittag noch einiges abklaeren koennen.
Dann ging es wieder Richtung Frankfurt, am Flughafen haben ich dann mein endgueltiges Rueckreisedatum festgelegt: ab 30. Mai bin ich wieder in Deutschland, dann hab ich mir noch die Haare schneiden lassen...was man alles so macht, wenn noch Zeit bis zum Boarding ist.
Von Frankfurt bin ich dann nach Washington und weiter nach Boston geflogen, auch dieser Flieger hatte Verspaetung, so dass ich dann Mittwochmorgen um 3 hier totmuede ins Bett gefallen bin...