Wie im letzten Eintrag angekuendigt, bin ich von Deutschland aus in die USA geduest... nachdem ich Mittwoch morgen um drei im Hotelbett lag, stand ich sechs Stunden spaeter schon wieder abfahrtbereit in der Lobby und wartete auf Denise. Sie ist die Controllerin von Flintec US und holte mich ab... auf der Fahrt zum Buero sah alles aus wie in nem Klischee-Ami-Film. Einfamilienhaeuser aus Holz mit Veranda und gehisster Flagge, gelbe Schulbusse, fette Autos, lauter Junkfood-Restaurants... In der Firma angekommen wurde ich sehr sehr nett aufgenommen...mit typisch ueberschwaenglicher Amifreundlichkeit, bei der man nie so ganz weiss, ob das jetzt fake ist oder ob die wirklich so glad to meet me sind... Ich wurde ueberall herumgefuehrt und bekannt gemacht und fing auch gleich an zu arbeiten. Dabei hatte ich ganz schoen mit der Muedigkeit zu kaempfen (als ich dort morgens angefangen habe, haben meine lieben Freunde hier in Sri Lanka schon Feierabend gehabt)... Um sechs Uhr zurueck im Hotel hab ich dann auch ohne Abendessen erstmal 12 Stunden durchgepennt!
Donnerstag wieder mit Denise zur Arbeit, Gespraeche gefuehrt und mich abends mit ihr und einer Freundin von ihr in nem Barbeque-Diner mit gegrilltem Chicken und Mac'n'Cheese vollgestopft... lecker und sehr sehr viel. Essen ueberhaupt immer in Mega-Portionen, die ich fast immer mutig reingestopft habe... gut, dass ich nur 4 Tage da war! Hab auch aeusserst gesund gegessen: Burger, Grillfleisch, Doughnuts, Pizza, Toastbrot, Calzone, Taccos...und oho einmal nen Salat (aber mit Dosenthunfisch...).
Freitag noch mal arbeiten...alle sehr nett, ich wurde auch eingeladen wiederzukommen, auch wenn ich nicht mehr bei Flintec arbeiten sollte! Nach der Arbeit hat mich Steve, einer der Vertriebler, der sowieso in Boston wohnt, mitgenommen, denn ich wollte ja die Stadt noch ein bisschen ansehen und hatte ein Hostel gebucht fuer Freitagnacht.
Dieses war auch voellig in Ordnung, hab mein Zimmer mit nem kleinen Asiaten geteilt, der sehr ueberrascht schien, dass ich ihm Informationen ueber meinen Namen und mein Heimatland aufzwang und dann etwas verdutzt sagte: "You can call me Bob." Dazu kams dann aber nicht mehr, weil ich sooo frueh eingeschlafen bin und er noch nicht wach war, als ich wieder gegangen bin...aber nett wars trotzdem...wie er wohl wirklich hiess? Nachdem Steve sich versichert hatte, dass ich in dem Hostel gut aufgehoben bin,
musste ich mit ihm noch etwas trinken gehen...daraus wurde dann ein dickes fettes Abendessen mit Bier und Margaritas...lecker, schwer und lustig.
Danach bin ich dann totmuede um neun Uhr unter Bobs Obhut und unter amerikanischer Fersehberieselung eingeschlafen. Am Morgen musste ich mich der Herausforderung stellen, meine Haare in einer Badewanne ohne Duschschlauch zu waschen...ging auch...
Um acht Uhr bin ich mit gesammten Gespaeck vom Hostel losgelaufen, um die Stadt zu sehen. Bei der Ankunft hatte ich mir vom Flughafen ne Karte mitgenommen...bloed nur, dass die Strasse des Hostels da nicht drauf war! Also bin ich einfach mal losgelaufen und hab auf gut Glueck eine Richtung eingeschlagen, die sich dann auch als gar nicht so verkehrt rausstellte. Wetter war uebrigens auch eher bescheiden: richtig kalt und Nieselregen, dazu der schwere Rucksack... aber wenn man schon mal da ist...
Nach nem sehr gemuetlichen Fruehstueck (Schokodoughnut) im Stehen im Eingangsbereich eines Supermarktes, lief ich immer weiter Richtung Stadtzentrum, dabei kam ich an ganz vielen Unigebaeuden vorbei und an mir kamen ganz viele Jogger vorbei...Boston ist fit!
Die Stadt ist eine ziemlich gleichmaessige Mischung aus europaeischem Einfluss und typischer Amigrossstadt (haha wie will ich das eigentlich beurteilen...war ja noch nie in einer, nur in kleineren Staedten...aber so stell ich mir das vor!). Hier mal ne Haeuserzeile, die auch in London stehen koennte:

...aber wer genau hinsieht kann im Hintergrund schon die Skyscraper erahnen.
Nach ungefaehr anderthalb Stunden tapferem Marsch kam ich dann auch nach Chinatown, dachte da gaeb es schoene niedlich Geschaefte zum Stoebern...aber denkste...alles nur Restaurants oder Lebensmittellaeden...es dreht sich eben selbst bei chinesischen Amis offenbar alles ums Essen! Immerhin hatte se son Tor aufgestellt zum Fotografieren...

Von da gings weiter zum Boston Common, dem Stadtpark, der zu dieser Jahreszeit und Wetterlage nicht so ne richtige Augenweide war, aber ich kann sagen, ich hab ihn gesehen...

...nicht mal Wasser drin, in dem bloeden Tuempel!
Spannend waren dagegen diese Monstereichhoernchen, die nicht etwa vor mir weggelaufen sind, sondern zwischen meinen Beinen rumwuselten...wollten wohl aufs Foto...ham se ja auch geachafft!

Irgendwann hab ich dann endlich die Red Brick Lane gefunden, den "Boston Freedom Trail". Das ist ein Weg, der durch die halbe Stadt fuehrt, vorbei an all den historischen Staetten, die man nicht verpassen sollte. Und damit auch der letzte Depp sich nicht verlaufen kann, ist der Weg durch eine Linie aus roten Backsteinen gekennzeichnet (daher der Name ne?!)

Zwischendurch findet man in der Innenstadt sehr viele urlate Friedhoefe, dort liegen dann zum Beispiel Passagiere von der Mayflower begraben...und manche Grabsteine haben Verzierungen, die jedes Emomaedchen verzuecken wuerden...stilisierten Totenkopf mit Engelsfluegeln und gekreuzten Knochen drueber...bestimmt lassen sich manche Leute so was taetowieren...

Der Esel ist fuer meinen Kaithe! Hinter dem Esel (ich weiss leider nicht, wofuer der beruehmt ist) steht die "Old City Hall", die muesst ihr euch jetzt denken...

Das ist die "Massachusetts State Hall", was da genau drin passiert ist, weiss ich nicht, zu der Zeit war der Ruecksack schon sooo schwer, dass mir Huefte und Kniee hoellisch weggetan haben und ich keine Musse mehr fand irgendwelche Schilder zu lesen...aber wie war das?! Wenn man schon mal da ist...

Hier mal ein paar graue Hochhaeuser...spannend wa?!

In der "Faneuil Hall", noch so nem alten Versammlungsgebaeude war grad ne Hillary-Veranstaltung zu Gange, zum Glueck war sie selbst nicht da...

Und er hier hat auf seinen Plastikeimern, Topfdeckeln und Metalschuesseln, so coole Trommelmusik gemacht, dass ich erstmal ne halbe Stunde zugehoert hab (ganz vielleicht auch, um mich mal ein bisschen auszuruhen...). Weiss leider nicht, wie man hier Videos hochlaedt, sonst wuerd ich mal eins reinstellen und dann koenntet ihr es euch anhoeren, so muesst ihr euch einfach vorstellen, dass es toll war!

Nachdem ich so ungefaher 7 Stunden (das ist noch nicht mal ne Uebertreibung!) am Stueck durch Boston gelaufen bin und kaum noch einen Schritt tun konnte, hab ich die U-S-Bus-Bahn (hier isses all in one) gesucht und bin zum Flughafen gefahren (der heisst Logan Airport...haha Kaithe is das nicht passend in der Gegend...), hab meine restlichen Dollars fuer Chips und Doughnuts auf n Kopp gehauen: 1. gabs da nix anderes in meiner Preisklasse und 2. wenn schon ungesund dann richtig! Puenktlich um sieben ging dann mein Flug nach Washington, nach ner Stunde weiter nach Frankfurt und mit drei Stunden Aufenthalt dort dann weiter nach Colombo. Nach zwei Naechten in Flugzeugen bin ich dann am Montagmorgen stinkend und muede wieder "zu Hause" gewesen...

Ach und zum Abschluss noch das hier: diese Orchideenbluete hab ich in Boston auf der Strasse gefunden, da war alles so grau und kalt und nass und dann lag da so eine schoene Bluete... naja ich fands gut!